Wo lasse ich mir ein Oxford-Hemd auf Mass machen?

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Die Firma Brooks Brothers ist ja die Mutter des Button-Down-Hemds und seit letztem Jahr machen sie den Kragen wieder mit dem sogenannten „roll“, also mit der „S“-Form, die sich durch Positionierung der Knöpfe und der richtigen Wahl des Kragen-Stoffs ergibt. Nun mein Problem: Ich falle mit grosser, schmaler Statur aus der Norm für die schmalste Passform bei Brooks Brothers. Ich suche also einen Schneider, der mir das anfertigen könnte. Hätten Sie da einen Tipp? Nils B.

Aber sicher habe ich den für sie, sehr gerne – ich kenne Ihr Problem (langer Rumpf und lange Arme) und lasse meine Hemden darum seit Jahren schon von Alferano schneidern. Die Zürcher Firma ist Schweizer Marktführerin im Bereich der Masskonfektion und macht nicht nur tadellose Businesskleidung, sondern auch immer kompetenter semi-formelle und Casual-Kleidung auf Mass. Ich habe selbst solche Oxford-Hemden in Auftrag gegeben und bin mit der Passform sehr zufrieden. Auch den „Roll“ des Kragens bekommen sie dort hin, Sie müssen aber auf einer weichen, einlage-freien Verarbeitung ohne Stäbchen bestehen, sonst wird’s zu brettig.

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Im Vergleich zu meinen Oxford-Hemden von Brooks Brothers – selbstverständlich besitze ich „das Original“ (Bild oben) auch, gehört einfach dazu – sitzen die auf Mass gemachten Alferano-Hemden deutlich besser. Weil ich sie fünf Zentimeter länger als üblich schneiden lasse, fallen sie mir auch nicht aus der Hose, wenn ich mich strecke. Allerdings ist dieses Hemd dann nicht mehr geeignet, um es über der Hose zu tragen, aber diesen schlappschwanzigen Halbherz-Freizeit-Look sollte man sowieso vermeiden, wenn es geht. Man sieht nämlich mit einem über dem Hosenbund gehängten Hemd nicht schlanker aus, sondern dicker – die meisten Männer betrügen sich da gerne. Zurück zum Thema: So ein Masshemd kostet sie ab 149 Franken, das ist nicht mehr als die Standard-Grösse bei Brooks Brothers, zudem können sie es komplett personalisieren.

Noch ein Tipp: Ein Button-Down-Hemd sollte man nie zu formell tragen, also maximal „formal casual“, etwa zu einer Chinos, Jeans und einem Jackett. Zu Anzügen passt es für meine Begriffe nur selten, am besten aber noch zu Baumwolle und Leinen, also eher lässigen Anzügen. Die Kombination von Button-Down-Hemd und Krawatte ist Experten vorbehalten – in 95 Prozent der Fälle geht dieses Duett in die Hosen.

PS: Ich sollte hier fairerweise noch sagen, dass ich zusammen mit Alferano Anteile am Männergeschäft AP&CO (Alferano, Pesko & Co.) besitze und deshalb nicht ganz uneigennützig diesen Tipp gebe. Schauen Sie doch einfach mal an der Talstrasse 58 in Zürich vorbei, es gibt dort auch einen guten Espresso, während Sie vermessen werden.

PSS: Das tolle Titelbild zu diesem Beitrag – es zeigt den jungen Andy Warhol mit einem Button-Down-Hemd – habe ich vom Blog „Thrift Store Preppy“  gepflückt, wo man viel Tolles über diesen Stil und auch über das Oxford-Hemd lesen kann, das natürlich eine grandiose Geschichte hat.

1 Comment

  • Antworten Mai 15, 2016

    Marc Schmid

    Ich würde mich als ziemlich versiert bezeichnen, wenn es um Kleidung geht, allerdings verstehe bis heute nicht ganz, warum die Krawatte zum Button-Down-Kragen derart heikel ist?
    Selber trage ich fast ausschliesslich Button-Down-Hemden, ab und zu auch mit Krawatte, und wage zu behaupten, dass das tadellos aussieht. Vorausgesetzt Die einzelnen Kleidungsstücke passen optisch, haptisch und vom Formalitätsgrad her zusammen.

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