We are being blackmailed

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Wir sind ja heute irgendwie alle Nutzer von Mark Zuckerbergs Konzerns Facebook Inc. mit seinen Plattformen Facebook, Instagram und Whatsapp – die meisten von uns werden diese Tools mehrere Dutzend Male am Tag nutzen, im nicht seltenen Fall auch mehrere hundert Male am Tag. Viele von uns – gerade die Selbstdarsteller, aber auch die Selbständigen unter uns – sind aber nicht nur Nutzer, sondern auch Kunden des amerikanischen Grossunternehmens, das immer trickreicher in unser Leben eingreift. Wir werden als Geiseln genommen und erpresst. Wer es nicht glaubt, kann einen einfachen Selbstversuch machen, und der geht so:

Buchen Sie einmal zum Spass ein Promotions- oder Anzeigenpaket auf Instagram oder Facebook, um einen beliebigen Beitrag in Ihrer Timeline zu bewerben. Für wenige Franken ist man dabei. Es kann ja sein, dass Sie einen Event, eine besondere Idee oder einfach nur einen schönen Moment besonders intensiv mit Ihrer Community teilen bzw. sicherstellen möchten, dass Ihre Freunde und Zugewandte davon Kenntnis haben. Es wird scheinbar gut funktionieren: Facebook bzw. Instagram werden Ihnen täglich ganz genau darüber Bericht erstatten, wie viel mehr Response Sie durch diese Anzeige hatten. Supersache, ganz transparent!

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Doch jetzt kommt der spannende Teil des Experiments: Schauen Sie in den darauf folgenden Wochen, nachdem Facebook Inc. die Werbegelder für den Liebesdienst abgebucht hat, ganz genau, was mit Ihrer „Einschaltquote“ passiert. Die «Grund-Sichtbarkeit», an die Sie gewohnt waren, wird eigenartigerweise ab jetzt stets tiefer sein als vorher. Der Grund: Facebook Inc. hat Sie nicht mehr nur als einfachen Nutzer, sondern als potenziellen Kunden identifiziert und wird Sie ab jetzt subtil stalken, quälen und erpressen. Denn diese Leute wissen jetzt ja, dass Sie für ein bisschen Aufmerksamkeit auch Geld zu zahlen gewillt sind.

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Ab jetzt wird in Ihrem Feed ständig irgendein Angebot aufpoppen: Buchen Sie dieses Paket oder kaufen Sie für so-und-so-viel Franken so viele Klicks, um sicherzustellen, dass Ihre «Freunde» wissen, was los ist. Tun Sie es nicht bzw. ignorieren Sie die Aufrufe des Social-Media-Dienstleisters, dann werden die Daumenschrauben weiter angezogen. Ihre Beiträge werden fein weiter zurückgestuft und der Leidensdruck erhöht. Bis Sie wieder buchen. Dann löst sich die Bremse, der Rausch ist zurück … bis Facebook findet, dass jetzt wieder Zeit für Ernüchterung sei. Und das ist sehr bald. In der Zwischenzeit, also während des Entzugs, werden Sie feststellen, dass viele Beiträge in Ihrer Timeline «sponsored» sind… alsob man Ihnen zeigen will, wie «normal» das alles ist.

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Es kann sein, dass der beschriebene Mechanismus nicht belegbar ist bzw. Facebook Inc. sich gegen die hier beschriebenen Vermutungen zur Wehr setzt. Schliesslich sind diese Leute nicht dumm, sie manipulieren uns seit Jahren nicht nur emotional, sondern auch sehr dreist mit einem willkürlichen Mix aus Wahrheit und Fiktion. Doch ich bin mir ganz sicher, dass es in diesem Betrieb dieses Modell der subtilen Erpressung zur Ertragsoptimierung gibt. Gespräche mit Menschen aus unserem Umfeld bestätigen dies deutlich. Und man denke: bei grossen Firmen mit ihren Werbebudgets ist so ja sicher noch viel mehr zu holen als bei kleinen Einzeltätern. Als Platzhirsch kann man sich das alles erlauben, und notfalls grinst der Chef alle Anwürfe mit seinem ahnungslosen Bubi-Gesicht weg.

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Eigentlich müsste man aus dem ganzen Mist komplett aussteigen. Alle Facebook-Apps löschen. Oder sich zumindest entschieden anderen Dingen zuwenden, so wie es John P.Weiss kürzlich in einem lesenswerten Artikel vorgeschlagen hat. Im vollen Bewusstsein dafür, dass dass, wie man heute sagt, der glatte soziale Selbstmord wäre. Muss man sich erst einmal leisten können.

Bin ich paranoid? Bilde ich mir das alles nur ein? Es würde mich interessieren, ob andere Nutzer dieser Plattformen ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Kommentare und Ergänzungen sind darum sehr willkommen. Danke.

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1 Comment

  • Antworten Februar 26, 2019

    Nadine

    Habe genau die gleiche Erfahrung gemacht, soweit, dass mein ganzes Financial Account gesperrt wurde 😉 Mir solls recht sein, ich zahle keinen Rappen mehr.

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