We see pink

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Gestern waren wir zur Mittagszeit im Stadion Letzigrund in Zürich – kein Ort, den wir übermässig häufig oder gerne besuchen –, um den achten Pink Ribbon Charity Walk zu sehen. Und waren doch ziemlich baff: Da mobilisiert eine junge Frau – sie heisst Nicole Zindel – an einem Sonntag 4700 Läuferinnen und Läufer aus 24 Kantonen und bringt diese mit einem Dutzend Sponsoren zusammen, um Geld für die Brustkrebs-Prävention zu sammeln (83’000 Franken für die Krebsliga) und Bewusstsein für die Krankheit zu schaffen. Chapeau. Es war ein Fest in pink. Zwar kein richtig gutes Motiv für unsere sonntäglichen Style-Safaris, weil alle Teilnehmer „uniformiert“ waren, aber dennoch ein eindrückliches Motiv voller positiver Power.

 

Es wurde im Nachgang zum Pink-Ribbon-Event noch auf sozialen Netzwerken darüber lamentiert, dass die klassischen Medien (TV, Radio, Zeitungen) diesem Anlass zu wenig Aufmerksamkeit schenken. Doch das ist systembedingt und kennen auch wir (vom Style Ride her) nur zu gut. Die Redaktionen sind heute an Wochenenden nur noch mit Pikett- und Notfall-Teams besetzt, die natürlich nicht raus auf die Strasse können, sondern die Katastrophen dieser Welt für ihre Kanäle aufbereiten müssen. Da hat ein authentischer Erlebnisbericht von einem positiven (Regional-)Ereignis schlechte Karten. Obwohl es vermutlich viele Menschen begeistern würde.

Doch herrscht in vielen Redaktion die (althergebrachte) Meinung vor, dass nur erschütternde Meldungen wirklich harte Nachrichten sind. Dass nur Unglücke, Tragödien, Verbrechen und andere Katastrophen die lethargischen Medienkonsumenten hinter dem Ofen hervorlocken. Die Kanäle sind voll davon. Umso bemerkenswerter – und origineller! – wäre es in diesem Mainstream, wenn sich ein Medium auch mal mit erfreulichen News profilieren würde. Nur dieser eine Gedanke noch zum Schluss: Wären 4700 voll motivierte, zumeist attraktive Frauen mit Sportsgeist nicht ein tolles Publikum, etwa für eine Bildergalerie? Das gäbe mächtig Klicks!

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