Wo gibt es schöne Schlafmasken?

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Ich bin auf der Suche nach einer einigermassen schönen Schlafmaske in Zürich. Vielleicht haben Sie einen Tipp? Bea G.

Es sind Fragen wie diese, die ich mir selber nie stelle, mich aber immer wieder dazu bringen, mit einer Mischung aus Staunen und Entsetzen in die endlosen Weiten des Internets vorzustossen und zu schauen, was derMarkt der Eitelkeiten denn so hergibt. Das Ergebnis meiner Forschung ist eindeutig: Es ist – aus meiner ganz persönlichen Sicht – ein grosses, entsetzliches Desaster. Ich will versuchen, dies Erkenntnis zu erklären.

1. Ich meine, dass Schlafmasken ein Witz sind. Denn wer schlafen will, hat die dazu notwendige Vorrichtung in Form von zwei Augenlidern gratis in der Grundausstattung mit auf den Weg bekommen. Man schliesst die Augendeckel, und dunkel ist’s. Klar, es gibt Situationen, in denen man schlafen möchte, es aber draussen hell ist. Oder Lichtquellen einen daran hindern, einzuschlafen. Im Flugzeug etwa. Dann kann so ein Accessoire vielleicht helfen – Hibermate ist darauf spezialisert. Aber zuhause? Schwachsinn.

2. Schlafmasken gehören, das zeigt meine Recherche recht unbarmherzig, in aller Regel in die Kategorie Schnickschnack ohne Stil. Sie werden von in Fragen der Ästhetik nicht oder nur sehr grob empfindenden Design-Amateuren entworfen, die entweder zynisch oder stark trash-orientiert leben. Die Vielfalt an unnützen, uneleganten und billig wirkenden Varianten, die angeboten werden, ist verstörend – siehe Perpetual Shade oder der Schweizer Marktführer, Day Dream. Nur ein klein wenig besser sieht es bei Bona Notti aus (die photomontierte Maske aus dem Titelbild ist aus diesem Webshop).

3. Die Preise, die für diese Art von Accessoires aufgerufen werden, sind oft schlicht unanständig. Ich habe bei einem Designer namens Jan Even Schlafmasken „aus Manufakturproduktion“ gefunden, die mit Krokoleder beschlagen sind und mehrere Hundert Euro kosten. Man muss schon sehr frivol veranlagt sein, um in solche Dinge zu investieren.

Die einzige Firma, der ich es zutraue, dieses Dilemma halbwegs akzeptabel zu lösen, wäre Hermès. Daraus, dass es aber keine Hermès-Schlafmasken gibt, schliesse ich, dass man an dieser guten Pariser Adresse meine Einschätzungen dazu in etwa teilt.

Nachsatz: Man darf gerne anderer Meinung sein, dazu sind Blogs ja da. Wer findet, er möchte das Thema weiter vertiefen, der findet eine ganz akzeptable zum Schlafmasken auf folgendem Link: WORLD OF LUCID DREAMING. Dort steht auch, dass Schlafmasken helfen sollen, die Träume „im Kopf“ zu behalten, sodass man sich später besser an sie erinnert. Was mir kompletter Nonsens erscheint, aber ich akzeptiere auch gerne andere Überzeugungen, so lange sie gut formuliert sind.

 

 

1 Comment

  • Antworten Juli 13, 2016

    Stefan

    Ich teile Deine Einschätzung zur Sinnbefreitheit dieser Masken zu 100% – sofern sie zum Schlafen genutzt werden. Ich habe die Schlafmasken dennoch für mich entdeckt, nämlich als alternative, funktionalere Methode zur Auskleidung meiner VR-Brille. Einfach zwei Löcher schneiden und fertig ist der Schaumstoffersatz.

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